Verborgene Dynamiken aus der Familie können unser Leben maßgeblich beeinflussen. Viele Schwierigkeiten lassen sich darauf zurückführen, sei es in Beziehungen, im Beruf, im Zusammenhang mit Krankheit oder im Leben ganz allgemein. Mit Aufstellungen können neue Einsichten gewonnen, kann innere Stärke mobilisiert, können neue Wege und Ziele gefunden werden.

Was sind Familienaufstellungen NICHT? – Familienaufstellungen stellen KEINE Psychotherapie dar und können diese auch nicht ersetzen!

Wie funktionieren Familienaufstellungen? – Die Teilnehmer eines Seminars formulieren ihr Thema, das sie anschauen bzw. das Anliegen, zu dem sie Einsichten gewinnen möchten.

Mit einer Familienaufstellung werden die Beziehungen innerhalb einer Familie mithilfe von Stellvertretern in einer Art Rollenspiel dargestellt. Dabei kann die Qualität der Beziehungen und die Wirkung der Beziehungen auf die einzelnen Familienmitglieder wahrgenommen werden. Ziel ist es, zu erkennen, welche Beziehungen möglicherweise belasten und darin hindern, dass der Einzelne sich im Leben frei entfalten kann. Lösungen entstehen dort, wo alle Menschen an ihrem Standort gewürdigt werden und möglicherweise wieder neu in Verbindung kommen.

Wir alle kennen Beziehungen, die uns stark beeinflussen oder in der Vergangenheit geprägt haben, weil wir z. B. Schmerz oder Angst oder Trauer oder Wut in der Beziehung erfahren bzw. in der Vergangenheit erlebt haben. Diese meist weit zurückliegende Ursprungserfahrung wirkt über unser Unterbewusstsein in unser Verhalten in die Gegenwart hinein. Sie beeinflusst oft in ungewünschter Weise unsere Fähigkeit, Beziehungen und Bindungen einzugehen. Im Rahmen einer Familienaufstellung oder auch systemischen Reorganisation kann solche eine prägende Beziehung bewusst gemacht und in der Folge unser Erleben und unser Verhalten verändert werden. Ein wesentliches Momentum ist das bewusst machende Hinschauen, aus der eine Hin-Bewegung entstehen kann. Durch das Prinzip der Vergebung und Versöhnung kann es uns in der Folge wieder gelingen, unseren Nächsten wie uns selbser zu lieben.

Was bringen Familienaufstellungen

  • Familienaufstellungen können Antworten auf grundlegende Lebensfragen liefern und Einsichten ermöglichen, die tief berühren.
  • Sie können uns helfen, in die eigene Kraft zu kommen.
  • Sie können uns anleiten, im richtigen Maß zu geben, ohne uns zu überfordern.
  • Sie ermöglichen Dankbarkeit für die eigenen Wurzeln, aus der Kraft entsteht.
  • Sie können Mut machen, der zu Demut führt, im Umgang mit Schicksal.
  • Sie helfen dabei, mit sich selber und mit anderen in eine lebendige Verbindung zu kommen.
  • Sie schenken Erleichterung und Befreiung, wenn Menschen sich gesehen und gewürdigt fühlen, die vorher ausgeschlossen waren und dadurch das Familiensystem wieder in seine natürliche Ordnung kommt.
  • Sie können Orientierung und Sicherheit für den eigenen Lebensweg geben.
  • Sie können Gewissheit schenken, auf dem richtigen Weg zu sein bzw. helfen, diesen zu finden.
  • Familienaufstellungen sind, wie eine Teilnehmerin sagte: Balsam für die Seele.

Beispielhafte Themen bzw. Anliegen

„Ich habe Schwierigkeiten, wenn ich vor Leuten präsentieren oder meine Meinung vertreten muss, im Beruf aber auch privat.“

„Ich habe eigentlich immer Angst.“

„Irgendwie habe ich das Gefühl, nie wirklich anzukommen.“

„Es gelingt mir nicht, die richtige Partnerin zu finden.“

„Seit mein Großvater nicht mehr da ist, fühle ich mich verloren.“ 

„Meine Kinder überfordern mich. Mein einer Sohn treibt mich fast in den Wahnsinn.“

„Ich fühle mich oft überlastet und weiß nicht, wie ich das ändern soll.“

„Mein Chef nimmt mich nie wirklich wahr.“

„Obwohl ich viele Menschen um mich habe, fühle ich mich immer einsam.“

„Konflikte machen mich fertig.“

Welches Anliegen beschäftigt Sie?

Die Vorgehensweise – Bei einer Familienaufstellung im Rahmen der Gruppenarbeit fungieren in einer Art Rollenspiel verschiedene Teilnehmer einer Gruppe als Stellvertreter einzelner Mitglieder einer zu betrachtenden Familie. Der Begriff Rollenspiel darf allerdings nicht in der Weise interpretiert werden, dass es sich bei Familienaufstellungen um ein Theaterspiel handelt, also um eine Darstellung mit dem Charakter des „als ob“. Es wird hier nur insofern von einer Rolle gesprochen, von der sich ein Teilnehmer als Stellvertreter eines Mitgliedes der zu betrachtenden Familie erfassen lässt, da dieser Stellvertreter eben nicht sich selber darstellt. Dennoch handelt es sich um eine Darstellung, bei der etwas veranschaulicht wird. Der Aufstellungsleiter wählt dazu einen Teilnehmer bzw. Klienten aus, der sein Anliegen formuliert. Das Anliegen beinhaltet implizit den Wunsch, einen bewusstseinserweiternden Prozess zu durchlaufen, bei dem familiäre bzw. systemische Verstrickungen ins Bewusstsein geholt und mithilfe gezielter, aber gleichzeitig absichtsloser Interventionen durch den Aufstellungsleiter, im Verlauf der Arbeit aufgelöst werden. Dies hat zum Ziel, durch die wieder hergestellte Ordnung innerhalb des Familiensystems, menschliche Potenziale identifizieren und realisieren zu können. Dabei folgen Familienaufstellungen dem Ansatz der phänomenologischen Philosophie und beruhen auf mehreren nicht wissenschaftlich sondern nur empirisch belegbaren Gesetzmäßigkeiten, die im weiteren Verlauf erläutert werden. Sie sind jedoch ausdrücklich keine Psychotherapie, wie ein italienisches Gericht vor einiger Zeit festgestellt hat. 

Da Familienaufstellungen der Bewusstseinserweiterung auf dem Erkenntnisweg dienen, ist es für die Arbeit nicht immer erforderlich, in der Gruppe zu arbeiten. Auch in der Individualarbeit kann ein Klient die entsprechenden Impulse empfangen, Erfahrungen machen oder Einsichten gewinnen, die ihm dabei helfen, sich von der Bewegung des Geistes erfassen und von dieser in den Fluss der Liebe tragen zu lassen. 

Die Arbeit des Familienstellens lässt sich auch in die klassische und die geistige Vorgehensweise unterteilen. Bert Hellinger hat seinen letzten Wirkungsjahren das Familienstellen zum geistigen bzw. neuen Familienstellen weiterentwickelt. Dabei wird dem Wirken des Geistes insofern mehr Vertrauen geschenkt, als die Stellvertreter nicht mehr, wie bei der klassischen Vorgehensweise, schematisch zu ihrem Befinden in Bezug auf die anderen Stellvertreter der Familienmitglieder befragt werden. Auch werden die Aufstellungen nicht mehr mechanisch durch gezielte Interventionen und anhand vorgegebener oder vorgedachter Bilder seitens des Aufstellungsleiters in ihrem Wirken begrenzt. Beim geistigen Familienstellen lassen sich die Teilnehmer in einem Zustand der Zentriertheit, den Bert Hellinger als innere Sammlung bezeichnet, umso mehr vom Wirken der Bewegung des Geistes erfassen, wie es ihnen gelingt, diesem durch die Stille Raum zu geben. In dieser Bewegung verliert das Feld auch seine lineare Form, d. h. es erfasst gleichzeitig und auf multidimensionale Weise über mehrere Generationen hinweg, die Lebenden und die Toten. 

Das Feld – Unter dem Feld versteht man in der Aufstellungsarbeit ein kollektives Feld der Liebe. Es handelt sich dabei um ein Bewusstseinsfeld, dass auch als geistiges, seelisches oder energetisches Feld der Liebe bezeichnet werden kann. So wie jedes Wesen über eine eigene Seele und über sein eigenes Bewusstseinsfeld verfügt, hat auch jede Familie bzw. jede soziale Gruppe als Ganzes ihre Familien- bzw. Gruppenseele und verfügt über ihr kollektives Bewusstseinsfeld. Dieses Feld könnte man auch als soziales Mobile bezeichnen. Sobald sich eine Komponente des Systems bewegt, bewegen sich alle anderen Komponenten automatisch mit. Das Bewusstseinsfeld heißt Feld, weil in ihm alle Informationen gespeichert und über die Wahrnehmung verfügbar sind, die das Wesen des Einzelnen und das Beziehungsgeflecht der verschiedenen Individuen, also ihr Gemeinwesen ausmachen. Diese Informationen, die über das Feld wahrgenommen bzw. vermittelt werden, sind meistens allgemeiner und gefühlsmäßiger Natur und weniger konkreter Art.

Zu dem Feld einer Familie gehören im Wesentlichen die folgenden Personen: die lebenden oder toten Kinder, wozu auch abgetriebene oder abgegangene Kinder gehören, die unehelichen Kinder, die Eltern bzw. die Eheleute und deren frühere Partner (je nach Intensität er Beziehung mit den früheren Partnern), die Geschwister und Halbgeschwister der Eltern, die Großeltern und deren Geschwister und die Urgroßeltern. Wer eine eigene Familie gründet, gehört demnach automatisch auch zu dem Feld des Ehepartners. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass auch Ururgroßeltern oder sogar Urururgroßeltern dazugehören können, wenn beispielsweise schwere Schicksale immer wieder übernommen werden. Hinzu kommen des weiteren folgende Ausnahmefälle: Wenn einer aus dem Feld Opfer einer Gewalttat wurde oder eine Gewalttat begangen hat, gehören der Täter und das Opfer auch zu dem Feld dazu. Ebenso gehören außerfamiliäre Erben oder wirtschaftlich stark Benachteiligte Menschen dazu. Auch können z. B. ein Kindermädchen oder langjährige Bedienstete einer Familie mit zu dem Feld der Familie gehören.

Die Stellvertreter – Stellvertreter sind zunächst scheinbar willkürlich ausgesuchte Menschen, die über das Feld der Familie des Klienten eine Menge an Informationen zu den jeweils vertretenen Personen wahrnehmen und diese durch Bewegungen, Gesten, Gesichtsausdrücke und vereinzelt auch über Worte ausdrücken. So wird ein Stellvertreter eines Familienmitglieds beispielsweise Zu- oder Abneigung einer anderen Person aus der Familie gegenüber empfinden, ohne jedoch dabei konkrete inhaltliche Details zu kennen. Er wird vielleicht die Nähe oder die Distanz zu einem oder mehreren anderen Stellvertretern suchen, ohne sich dabei selber bewegen zu wollen. In der praktischen Arbeit werden dann die empfangenen bzw. wahrgenommenen Informationen zum Teil durch das Befragen des Klienten nach realen inhaltlichen Details bestätigt oder auch widerlegt. Genau genommen sind die Stellvertreter nicht willkürlich ausgesucht. Je besser sich der Aufstellungsleiter vom Spirit der Liebe oder auch von „Größeren Kräften“ führen lässt, wird er intuitiv diejenigen Personen als Stellvertreter auswählen, die einem größeren Plan entsprechend, zu genau dem Zeitpunkt das empfangen und erfahren sollen, was sie zur Erfüllung des größeren Plans sowohl beizutragen als auch gleichzeitig zu lernen haben. So werden die Stellvertreter den Kräften überlassen, die aus einer „höheren Dimension“ von ihnen Besitz ergreifen. Der größere Plan ist als Erkenntnisweg zu verstehen, von dem alle Beteiligten, also der Klient, der Aufstellungsleiter, die Stellvertreter und die Zuschauer zusammen in unterschiedlicher Bewusstseinsdichte erfasst werden. Und der größere Plan wiederum ist als der Wille Gottes vorstellbar, der letzten Endes die Verschleierung aufheben möchte, die zu der Illusion geführt hat, man könnte von der einen, unendlichen Quelle der Liebe getrennt sein. Insofern sind die Stellvertreter Empfänger und Vermittler und Diener der Liebe. Der Geist der Liebe manifestiert sich auch als das spirituelle oder geistige Gewissen.

Verstrickungen – entstehen aus dem unbewussten Gefangensein in den Bewegungen des persönlichen oder kollektiven Gewissens (siehe Kap. „Das Gewissen), die durch das Verletzen der Ordnungen der Liebe (siehe Kap. „Die Ordnungen der Liebe“) in dem Feld der Familie dem freien Fluss der Liebe und den Wirkungen des Geistes entgegenstehen. Um diese Verstrickungen aufzulösen, können die betroffenen Menschen auf ihrem Erkenntnisweg im Rahmen von Familienaufstellungen die Verstöße gegen die Ordnungen der Liebe erkennen und sich mit geweitetem Bewusstsein von der Bewegung des Geistes erfassen lassen. Durch das Wiederherstellen der Ordnungen der Liebe gelingt es den Menschen dann, sich aus den Verstrickungen zu befreien. Das System der Familie erfährt somit wieder seine Vollständigkeit und Ordnung, was somit den freien Fluss der Liebe innerhalb des Systems wieder herstellt. 

Dem Aufstellungsleiter – darüber besteht kein Zweifel, fällt in der Aufstellungsarbeit eine zentrale Rolle zu. Gleichzeitig nimmt er jedoch, gemessen an der Rangordnung innerhalb der Familie, den letzten Platz im Familiensystem ein. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Diener. Er dient in großer Demut und auf vielfältige Weise als Begleiter auf dem Erkenntnisweg. Schon vor Beginn der eigentlichen Aufstellung, öffnet der Aufstellungsleiter durch seine sehr geweitete Wahrnehmung das Bewusstseinsfeld, in dem die Aufstellung dann stattfinden wird. Er bereitet das Feld durch seine Zentriertheit und Stille und lädt durch sie den Klienten und die Stellvertreter dazu ein, ganz bei sich selbst anzukommen. Der Aufstellungsleiter ist mit seiner Wahrnehmung Allen und Allem zugewandt und setzt sich mit tiefem Vertrauen und frei von jeder Angst, ganz der Bewegung des Geistes aus und somit allem, was sich zeigt. Dabei ist er auch frei von jeglicher Absicht und will nicht helfen. Er heißt den Klienten willkommen und mit ihm alle, die zu dem Klienten dazugehören, seine Mutter, seinen Vater, seine Großeltern, seine Partnerin, seine Kinder etc. Die erste Frage des Aufstellungsleiters lautet daher immer: Wer fehlt, wer wurde  ausgeschlossen? Sogleich nimmt er die Ausgeschlossenen in sein Herz, wo die Versöhnung sofort beginnen kann. Dennoch bleibt er frei von Liebe.

Wenn der Klient in seinen Bildern gefangen ist und den Bewegungen des Gewissens folgt, setzt der Aufstellungsleiter dem die Stille entgegen und folgt der Bewegung des Geistes. Er nimmt die Einladung des Klienten, dessen Bilder zu Emotionen wie beispielsweise Wut, Trauer etc. oder auch bestimmte Sichtweisen, wie z. B. „meine Frau ist an allem schuld“, nicht an, sondern bleibt bei sich, zentriert und zugewandt, dem Klienten, aber eben auch allem um den Klienten herum. Dabei ist er sich jedoch stets der Gefahr bewusst, in Größenwahn fallen zu können und in der Anmaßung, besser zu sein, dem Klienten eventuell die wesentlichen Entscheidungen abnehmen zu wollen. Der Begleiter vermeidet es daher, indem er sich vom Geist der Liebe führen lässt, an einer anderen Stelle in das System der Familie einzutreten, als an der, die ihm zusteht, nämlich der letzten.

Seine größte Herausforderung besteht darin, nichts tun zu wollen. So ist ein innerer Satz wie: „Hier weiß ich überhaupt nicht, was ich tun soll.“ die beste Voraussetzung dafür, dass der Geist der Liebe die Führung übernehmen kann. Andererseits kann es manchmal hilfreich sein, die geistige Ebene zu wechseln und das klassische Familienstellen anzuwenden, um dem Klienten ein ressourcevolles Schlussbild zu geben. Dies kann beispielsweise gegen Ende eines Seminars gegeben sein, wenn die Zeit fast zu Ende, aber die Aufstellung noch nicht zu Ende ist. Dazu sind folgende Interventionen möglich: die Stellvertreter können umgestellt und/oder es kann ein weiterer Stellvertreter hinzugenommen werden; der Begleiter kann dem Klienten oder einem Stellvertreter einen Heilsatz aussprechen oder einen solchen Satz aussprechen lassen. Ein Heilsatz, der auch nur aus einem einzigen Wort bestehen kann, wird dem Aufstellungsleiter in einer demütigen Haltung mit geweitetem Bewusstsein und bei größtmöglicher Zentriertheit vom Geist der Liebe eingegeben und drückt eine Wahrheit aus, die die Kraft hat, den Empfänger auf eine andere Bewusstseinsebene zu führen; eine weitere Intervention kann sein, dass ein oder mehrere Stellvertreter gefragt werden, wie es ihnen geht. Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um Interventionen handelt, die aus der Verlegenheit entstehen, nicht mehr weiter zu wissen, sondern vielmehr dazu dienen, das Bewusstsein zu weiten und den Raum offen zu halten. Dennoch dürfen diese Interventionen weder aus der Absicht heraus erfolgen, etwas tun zu müssen, noch darf der Begleiter dabei Angst haben, etwas Falsches zu tun, weil die Aufstellung falsch laufen könnte. Das würde nämlich bedeuten, dass der Aufstellungsleiter Einfluss auf die Richtigkeit oder Wirksamkeit einer Aufstellung hat. Dies wiederum wäre ein Zeichen für Überheblichkeit, weil der Begleiter sich dann wichtig nähme. Er darf und muss sich vielmehr einer größeren Kraft bzw. der universellen Liebe hingeben und ihr dienen. 

Das Familienaufstellen kann man daher nicht erlernen wie ein Handwerk, sondern man kann sich genau genommen nur darin üben, in einen Zustand der inneren Sammlung bzw. Zentriertheit einzutreten und sich den größeren Kräften und dem Wirken des Geistes auszusetzen. Aufstellungen basieren nämlich nicht auf einem engen und dualen Wissensbegriff, bei dem zwischen richtig und falsch oder gut und schlecht unterschieden werden kann. Der Aufstellungsleiter bedient sich vielmehr eines universellen Wissens und einer „göttlichen Weisheit“, die Alle und Alles mit einschließt. In der Bibel ist es der Heilige Geist, der den Gläubigen nach Jesu Himmelfahrt zur Seite steht und sie auf ihrem Glaubensweg unterstützt. Dort heißt es (Johannesevangelium Kap. 15, Vers 26 u. Kap. 16, Vers 13): „Aber ich will euch jemanden senden, der euch zur Seite stehen und trösten wird, den Geist der Wahrheit. … Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, werdet ihr die Wahrheit vollständig erfassen.“ Er steht für die Stimme Gottes bzw. ist Gott, wenn man die Dreieinigkeit von Gott dem Vater, Jesus dem Sohn und dem Heiligen Geist zugrunde legt. Das deutsche Wort Therapie ist von dem griechischen Begriff „θεραπεία“ (therapeia) abgeleitet und bedeutet unter anderem das Dienen. Da beim Familienstellen mit dem Feld der Liebe gearbeitet und der Führung durch den Geist der Liebe vertraut wird, ist das Familienstellen, wenn man so sagen möchte, ein Dienst am Menschen und an Gott, bei dem der Aufstellungsleiter als Diener fungiert. 

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